Konzertrückblicke

Gelungenes Auftaktkonzert mit dem Oratorium „Die Schöpfung“ von Joseph Haydn am 27.08.2023 in der Pfarrkirche „Zum verklärten Christus“

Dazu ist ein Bericht von Frau Doris Dietrich auf Bad Driburg im Blick erschienen:

„Die Schöpfung“ in Bad Driburg

und dazu schöne Fotos Von Frau D. Dietrich, Frau Chr. Böttger und Herrn H. Meiners:

Konzert Cymbal und Klavier am Sonntag, den 22.Oktober 2023 – Erlebte Konzertneuheit im Bad Driburger Rathaussaal

Am Sonntag, den 22.Oktober 2023 war im Bad Driburger Rathaussaal eine deutschlandweit absolute Konzertneuheit im zweiten Konzert der laufenden Saison 2023 – 2024 zu erleben. Zu Gast war das Duo Charade mit den Künstlerinnen Irina Shilina/Cymbal und Beate Ramisch/Klavier. Die besondere Neuheit des Konzertes bestand im Zusammenspiel des Klaviers mit dem Instrument Cymbal, welches man aus dem Bereich der folkloristischen Musik besser als „Hackbrett“ kennt. Der Instrumentenkörper des Cymbals ist vergleichbar mit dem einer Zitter, nur eben größer und er steht auf eigenen Füßen. Die über den Holzrahmen des Instrumentenkörpers gespannten Seiten werden mit zwei Klöppeln angeschlagen. Wie bei anderen Instrumenten auch erstreckt sich der Tonumfang über mehrere Oktaven, wodurch die Wiedergabe verschiedener Musikwerke möglich ist. Als Instrument hat das Cymbal eine lange und wechselvolle Geschichte. Heute ist es zum einen beheimatet in der Folklore im süddeutschen Raum sowie auf dem Balkan und in Osteuropa. In Osteuropa kann man das Cymbal an Musikhochschulen und Konservatorien als virtuoses und eigenständiges Soloinstrument studieren. Und genau an diesem Abend war das Cymbal auf „Augen – und Ohrenhöhe“ mit dem Konzertflügel als Soloinstrument zu erleben. Neben osteuropäischen Volksweisen hat die Künstlerin I. Shilina auch zum Teil sehr bekannte Werke von Antonio Vivaldi (einen schnellen Satz aus einem seiner Violinkonzerte), von Johannes Brahms (sein Walzer in As-Dur und einen Ungarischen Tanz) oder die „Ballade“ des Britten Karl Jenkins und von Dimitri Schostakowitsch den bekannten russischen Walzer aus seiner 2. Jazz-Suite. Dazu gab es im Programm Tango-Kompositionen aus Spanien und Griechenland. In dem bunten Konzertprogramm waren Komponisten aus ganz Europa vertreten, weshalb das Konzert auch unter dem Titel „Europa klingt“ stand. Weil es keine Originalkompositionen für das Zusammenspiel von Cymbal und Klavier gibt, wurden die Musikstücke von den Künstlerinnen entsprechend arrangiert. Die Künstlerin moderierte das Konzert und gab dem Publikum Einblicke in Instrument und Musik, wodurch man dem Geschehen gut folgen konnte. Irina Shilina als professionelle Cymbalistin und dien Pianistin Beate Ramisch, in Detmold ansässig, konzertieren in dieser Besetzung deutschlandweit und im Ausland. Das Publikum war im hohen Maß fasziniert und erstaunt, was auf diesem und in Konzertsälen wenig bekannte Instrument alles möglich ist und welch hohes Maß an Virtuosität es der Solistin abverlangte. Die beiden Künstlerinnen meisterten alle Herausforderungen an diesem Abend mit Bravour und ließen mit ihrer beherzten und temperamentvollen Interpretation keine Wünsche offen. Publikum und Konzertveranstalter waren und sind sehr dankbar für dieses besondere Musikerlebnis.

Foto: Hubert Meiners

Klavierabend mit Natalie Ehwald am Sonntag, den 28.Januar 2024 „Späte Gesänge“

Foto: Hubert Meiners

Lesen Sie zu diesem ganz besonderen Klavierabend einen Bericht von Frau Doris Dietrich:

Konzert der Extraklasse in Bad Driburg

Konzert mit Stipendiaten der Jürgen Ponto-Stiftung am 10.03.2024

Foto: Hubert Meiners

Am Sonntag, den 10.März 2024 bot die Bad Driburger Musikgesellschaft in ihrer laufenden Saison ein Konzert- Rezital im Rathaussaal mit zwei jungen Künstlern an, die durch die Jürgen Ponto-Stiftung gefördert werden. Diese Stiftung ist benannt nach dem 1977 von der RAF ermordeten Bankier J. Ponto und fördert mit Stipendien besondere herausragende Nachwuchsmusiker/innen. Dazu gehörten einst auch der Weltspitzenpianist Igor Levit oder die Geigerin Veronika Eberle. Bei Künstler sind in der Vergangenheit auch in Bad Driburg im Zuge der Zusammenarbeit von Musikgesellschaft und Ponto-Stiftung aufgetreten. Am vergangenen Sonntag bereicherten Franz Hartmann (Oboe), geb. 2005 und Tabea Streicher (Klavier), geb. 2004 die aktuelle Konzertreihe. Franz Hartmann ist in Berlin aufgewachsen. Sein Vater ist Mitglied der Berliner Philharmoniker. Er studiert derzeit unter anderem bei Herrn Professor Dominik Wollenweber, Soloenglischhornist der Berliner Philharmoniker. Seine Duopartnerin, die Pianistin Tabea Streicher hat eine ebenso vielbeachtete Laufbahn und hochdotierte Preise vorzuweisen. Das Konzert wurde eröffnet mit einem Werk des französischen Romantikers Charles Colin für Oboe und Klavier. Es folgte eine Partita g-Moll von J. S. Bach für Oboe Solo. Dieses Werk, ursprünglich für die Querflöte geschrieben, hat Fr. Hartmann meisterhaft und virtuos vorgetragen. Nun folgte ein Zeitensprung vom Barock zur französischen Musik des 19. und 20. Jahrhunderts. Es stand nun von Francis Poulenc für Klavier „Solo Thème varié“ auf dem Programm. Hier überzeugte die junge Pianistin durch ihr ausdrucksstarkes Spiel und spieltechnische Brillianz. Zum Ende der ersten Programmhälfte wurde von Fr. Poulenc die Sonate für Oboe und Klavier in drei Sätzen zu Gehör gebracht. Dieses Werk schrieb der Komponist ein Jahr vor seinem Tod 1962 und widmete sie dem Gedenken an Sergei Prokofjew. Nach der Pause trug Fr. Hartmann von Toshio Hosokawa, geb. 1955, einem der wichtigsten zeitgenössischen japanischen Komponisten die „Three Essays“ für Oboe Solo vor. Eindrucksvoll demonstrierte der junge Interpret, welche Möglichkeiten des Klangs und der Tonerzeugung auf seinem Instrument möglich sind. Es folgte darauf die Fantasie f-Moll für Klavier Solo von Frederic Chopin. Auch hier überzeugte die junge Pianistin das Publikum von ihrem Können.  Als letzter Programmpunkt erklang im Zusammenspiel beider Instrumente von Camille Saint-Seanc eine dreisätzige Sonate aus dem Jahre 1921. Mit herzlichem Applaus würdigte das Publikum die hohe künstlerische Meisterleistung der jungen Künstler bei der Interpretation anspruchsvoller Kammermusik, die so nicht oft in Konzerten zu hören ist.  Zu beklagen ist allerdings, dass der Zuspruch unseres heimischen Publikums nicht auf gleichem hohen Niveau war und dass auch dieses Konzert schlecht besucht war. Sehr schade eigentlich, dass solch ein Kulturgut schlecht wahrgenommen wird. Das nächste Konzert in der laufenden Saison ist am Sonntag, den 21.April 2024, ebenfalls um 19.30 Uhr im Rathaussaal. Dafür konnte das Alinde- Streichquartett mit Musik von Josquin des Prez, Franz Schubert und von Ludwig van Beethoven gewonnen werden. Mit dem Konzert wird das Gründungsjubiläum der Musikgesellschaft vor 30 Jahren am 15.04.1994 begangen.

Alinde Streichquartett am 21.04.2024 zum Jubiläumsauftakt 30 Jahre Musikgesellschaft Bad Driburg e. V. (1994 – 2024)

Ein Bericht folgt noch

Foto: Hubert Meiners

Bad Driburg. Sonntag, der 21.April 2024 war für die Bad Driburger Musikgesellschaft ein besonderer Tag. Es war das 5. Konzert in der laufenden Saison, welches zugleich der Start in das Vereinsjubiläum 30 Jahre Musikgesellschaft Bad Driburg e. V. (1994 – 2024) war. Das Konzert lag vom Datum her in zeitlicher Nähe zum Gründungsdatum 15.04.1994. Im Publikum befanden sich auch Gründungsmitglieder von einst. Dieser Anlass bot zum einen eine dankbare Gelegenheit zum Rückblick auf Kulturarbeit zum Wohle der Allgemeinheit. Zum anderen ist er auch Motivation, sich als Verein den Herausforderungen der Zukunft zu stellen und die Tradition klassischer Konzerte als gemeinnütziges Kulturgut zu erhalten. Mit dem Alinde Streichqaurtett konnte ein erstklassiges Ensemble verpflichtet werden. Der Ensemblename „Alinde“ ist der Titel eines gleichnamigen Kunstliedes von Franz Schubert. Das aufstrebende Alinde Quartett gilt als eines der spannendsten Kammermusikensembles der jungen Generation, was sich durch zahlreiche Auszeichnungen bei internationalen Wettbewerben deutschland- und weltweit auszeichnet. Die Ensemblemitglieder Eugenia Ottaviano und Guglielmo Dandolo Marchesi/Violine, Gregor Hrabar/Viola und Bartolomeo Dandolo Marchesi/Violoncello stammen aus Italien und sind im Raum Köln ansässig. Schon der Konzerttenor „Von Gott gelernt“ ließ aufhorchen. Es war keineswegs die Ankündigung eines Kirchenkonzerts, sondern eine reale Notiz des ersten Lehrers von Franz Schubert über sein Schüler, welche das Genie eines begabten Komponisten nicht treffender hätte charakterisieren können. „Schubert und Beethoven – ein Treffen, das nie stattfand“ bezog sich auf die Tatsache, dass beide Komponisten zeitgleich in der Weltmusikstadt Wien lebten und wirkten, sich jedoch persönlich nie begegneten. Jedoch standen an diesem Sonntagabend im ersten Teil von Franz Schubert das Streichquartett B-Dur, D 36 von 1813 und im zweiten Teil von Ludwig van Beethoven das Streichquartett e-Moll aus op. 59 von 1807 als musikalische „Begegnung“ auf dem Programm. Beide Werke nehmen im Genre Kammermusik eine herausragende Stellung ein. Sie stellen an die Interpreten enorme musikalische und spieltechnische Ansprüche. Zudem war Beethovens Streichquartett bei seinen Zeitgenossen als „unspielbar“ und als Flickwerk eines Wahnsinnigen“ verschrien. Dieses fragwürdige Urteil hat sich im Verlaufe der Musikgeschichte jedoch nicht weiter manifestiert. Zudem hat das Ensemble im Programm diesen Hauptwerken je ein Werk des franko-flämischen Musikers der Renaissance Josquin des Pez vorangestellt. Dabei handelte es sich um ursprüngliche Vokalkompositionen, die musikgeschichtlich für die Weiterentwicklung der Mehrstimmigkeit (Vokalpolyphonie) stehen. Zum anderen steht diese Musik für Zeitlosigkeit durch melodische und thematische Kreativität. Das zahlreich erschienene Publikum bedankte sich mit herzlichem Applaus bei den Ausführenden für diesen besonderen Konzertabend. Das nächste Konzert findet statt mit dem Klarinettentrio Sayaka Schmuck mit Musik von Mozart bis ABBA am Sonntag, den 2.Juni 2024 um 19.30 Uhr in der Manifattura, Lange Straße 127 in Bad Driburg.