Konzertrückblicke

Sinfoniekonzert zum Saisonauftakt

Am Sonntag, den 23.Oktober 2022 wurde mit einem Sinfoniekonzert in der Pfarrkirche „Zum verklärten Christus“ die 29. Saison 2022/2023 der Bad Driburger Abonnementskonzerte festlich eröffnet. Bereits zum sechsten Mal war das Prager Sinfonieorchester Bohemia in unserer Badestadt zu Gast und in einem großen Konzert live zu erleben. Am Konzert-meisterpult wirkte Alex Rosik, erster Konzertmeister am Nationaltheater Prag. In seiner Begrüßung erwähnte Matthias Menze, zweiter Vorsitzender der Bad Driburger Musikgesellschaft die seit 2005 bestehende Zusammenarbeit mit diesem Orchester unter der musikalischen Leitung des Kirchenmusikers Torsten Seidemann. Zudem begrüßte er die Sponsoren und die Vertreter/innen unserer Stadt und des Kreises Höxter. Ein herzlicher Dank erging zudem an den Pastoralverbund Bad Driburg und an alle Helfer/innen bei der Unterstützung dieses Konzertes. Eröffnet wurde das Konzert mit dem „Gebt für die Ukraine“ des zeitgenössischen ukrainischen Komponisten Valentin Silvestrow. Dieses Werk, 2014 als Chorwerk entstanden, wurde nach dem 24.02.2022 für Sinfonieorchester arrangiert. Eindrucksvoll und mit Herzenswärme unterstrich die Tonsprache den Gebetscharakter dieses Werkes mit aktuellem Bezug. Darauf folgte von dem deutschen Komponisten Richard Strauss ein Duett-Concertiono für Klarinette-Solo, Fagott-Solo, Streicher und Harfe. In diesem Spätwerk widmete sich der Komponist einen Märchen von Hans Christian Andersen und verlieh beiden Soloinstrumenten die Charaktere von Märchengestalten. Die Solistinnen waren die Detmolder Klarinettistin Aloisia Hurt (artist in residence) und die Susanne Jacoby, Solofagottistin im Loh-Orchester Sondershausen/Thüringen. Der Anregung, der Inspiration und dem Engagement beider Solistinnen ist es zu verdanken, dass dieses sehr selten aufgeführte Werk in diesem Konzert erklang, wofür der Konzertveranstalter zu großem Dank und zu großer Wertschätzung verpflichtet ist. Auf dem Programm stand nun der Liederzyklus „Biblische Lieder“ des großen tschechischen Komponisten Antonín Dvořák in der Fassung für Mezzosopran und Orchester. Dabei handelt es sich um einen der bedeutendsten Liederzyklen der Romantik an der Schwelle vom 19. zum 20. Jahrhundert. Für die Prager Musiker/innen war Dvořáks Musik ein Heimspiel im Konzert. Für die gebürtige Bad Driburger Solistin Ascelina Klee war es eine enorme Herausforderung, die sie mit überwältigender Bravour meisterte. Sie sang alle 10 Lieder des Zyklus in der tschechischen Originalsprache. In ihrer bezaubernden Interpretation dieser Psalmlieder vermittelte sie die Frömmigkeit sowie deren volksliedhaften und zugleich opernhaften Charakter. Bad Driburg kann mehr als stolz auf solch eine Künstlerin aus den eigenen Reihen sein. An vierter Stelle erklang im Konzert die Sinfonie Nr. 7 in A-Dur, 1813 uraufgeführt, von Ludwig von Beethoven. In einem Orchesterkonzert ist die Aufführung einer Beethoven-Sinfonie immer etwas Besonderes. Dies liegt unter anderem an den emotional aufwühlenden, kämpferischen, mitreisenden und auch kontrastreichen liedhaft-lyrischen Themen, welche auf Konzertbesucher/innen wirken. Von den ausführenden Orchestermusiker/innen verlangen sie ein hohes Maß an Virtuosität. In der Aufführung überzeugte das Prager Orchester durch eine mitreisende Interpretation dieser Sinfonie. Die zahlreichen Zuhörer/innen dankten den ausführenden Solistinnen, dem Orchester und dem Dirigenten Torsten Seidemann mit herzlichem Applaus. Unter den gut 300 Konzertbesucher/innen waren erstaunlich viele junge Leute, die sich durch dieses stilistisch bunte Programm und durch heimische Solistinnen haben ansprechen lassen. Dies entspricht dem Herzensanliegen der Bad Driburger Musikgesellschaft, die auch weiterhin ein breites Publikum für Livekonzerte ansprechen und begeistern möchte.

Dieses Konzert wurde unterstützt durch: Kirchenmusikstiftung Ziegler/Paderborn / Werner Richard- Dr. Carl Dörken Stiftung / Volksbank Höxter / Sparkasse Höxter und Westfalen Weser Energie

Klavierkonzert mit viel Herzenswärme

Klavierkonzerte auf Veranstaltungsplänen sind gar oft zu finden. Jedoch war für Musikliebhaber/innen und Kenner/innen der Klavierliteratur am Sonntag, den 20.11.2022 ein besonderer Klavierabend der absoluten Spitzenklasse im Rathaussaal Bad Driburg live zu erleben. Auf Einladung unserer Gesellschaft war die polnische Konzertpianistin Aleksandra Mikulska zu Gast im zweiten Konzert der laufenden Saison. In seiner Begrüßung dankte der 1. Vorsitzende Torsten Seidemann dem Sponsor des Konzertes, der Fa. Häussler/Hörsysteme GmbH & Co in Bad Driburg für die Unterstützung dieses Konzertes. Sie ist Professorin an der Dresdener Musikhochschule C. M. Von Weber, Präsidentin der Chopin-Gesellschaft Darmstadt und ist zudem als sehr gefragte Konzertpianistin weltweit tätig. Passend zur Jahreszeit stand das Klavierkonzert unter dem Titel „Von der Pracht des Barock bis in die Sehnsucht der Romantik“.  Als erster Programmpunkt erklang von Domenico Sacrlatti, italienischer Komponist des Barock die Sonate A-Dur. Ein Klavierwerk, ursprünglich für das Cembalo komponiert, ließ die Künstlerin mit beeindruckender Virtuosität auf einem modernen Konzertflügel erklingen. Darauf folgten von W. A. Mozart die neun Variationen über ein Menuett des französischen Komponisten und Zeitgenossen Mozarts, Jean-Louis Dupot. Dieser Variationszyklus zählt zu den besten Werken dieser Gattung.  Mit dem dritten Programmpunkt, Ungarische Rhapsodie Nr. 11 von Franz Liszt wendete sich die Interpretin der Romantik zu. Unter Rhapsodie versteht man in der Musik ein freies Instrumentalstück. Die ungarischen Rhapsodien von Liszt zählen zu den herausragendsten und spieltechnisch höchst anspruchsvollsten Werken der Klavierliteratur. Inspiration für die Themen fand der Komponist in der ungarischen Volksmusik. Mit ihrem Vortrag überzeugte A. Mikulska mit atemberaubender Virtuosität und ließ in der Wiedergabe der Klangfarben des Werkes das Volksmusikinstrument Zymbal (besser bekannt als Hackbrett) heraushören.  Nach einer Konzertpause erklang von Johannes Brahms das Capriccio fis-Moll op.76, Nr. 1. Das Capriccio als Kunstform steht für die spielerische Überschreitung von Regeln und geltenden Normen, was wiederum der Tonsprache von Brahms bestens zu entnehmen war. Als weiteres Werk von Brahms folgte das Intermezzo A-Dur op. 118, Nr. 2 „Für Clara“. Dieses innige und nahezu intim anmutende Charakterstück widmete Brahms Clara Schumann. Den Schlussteil des Programms widmete die Künstlerin ihrem Landsmann Frederic Chopin. Allerdings waren hier nicht die bekannten Werke Chopins zu hören, sondern Präludien, die in Konzerten selten zu hören sind. Den fulminanten Schlusspunkt setzte A. Mikulska mit den Scherzo b-Moll op. 31. Dieses kompakte und hoch anspruchsvolle Werk komponierte Chopin unter den Eindruck eines persönlichen Schicksalsschlages, was in seiner Tonsprache unüberhörbar war. Mit herzlichem Applaus und Standing Ovations gab das Publikum seiner Bewunderung und Hochachtung über die enorme Leistung der Künstlerin Ausdruck. In ihrer Moderation zum Programm versprach jedoch A. Mikulska dem Publikum eine Überraschung. Zu großen Überraschung aller spielte sie ein Werk aus den Zyklus „Symphonische Etüden“ op. 13 von Robert Schumann. Von der Werkslänge und dem hohen Anspruch her war diese Überraschung mehr als eine Zugabe, ja gar ein weiterer Programmpunkt. Publikum und Veranstalter können von ganzem Herzen dankbar über diesen gelungenen Konzertabend sein.

Dieses Konzert wurde unterstützt durch die Fa. Häusler/Hörsysteme GmbH & Co

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